Die Probezeit – Gefahr und Chance zugleich

Der Berufsstart ist mit vielen neuen Herausforderungen und Chancen, aber auch mit Sorgen und Nöten verbunden. Viele neue Eindrücke strömen auf den Neuling ein und wollen erst einmal verarbeitet werden. Wie wird man mit den neuen Kollegen fertig? Was erwartet der neue Chef von einem? Und wie wird die Zukunft mit diesem Job aussehen? Doch die wichtigste Frage, die sich bei den meisten Neulingen in den Vordergrund drängt: Wie überstehe ich die Probezeit?

Dabei ist die Probezeit nicht unbedingt Schreckensgespenst, sondern auch eine Chance für den Arbeitnehmer. Und auch für die Anstellung auf Probe gilt, dass der Arbeitnehmer Rechte hat, die er im Zweifelsfall durchsetzen kann und sollte. Und außerdem muss es nicht einmal unbedingt eine Probephase geben. Denn eine Phase auf Probe ist kein gesetzlich vorgeschriebener Zeitraum, sondern eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Sind sich beide einig, kann auch gänzlich auf einen solchen Zeitraum verzichtet werden.

Eine wichtige Frage zum Berufsstart bei den Bedenken zur Probezeit ist die Frage nach dem Kündigungsschutz. Dieser wird mit der Vereinbarung einer Probephase meistens eingeschränkt. Häufig wird eine Kündigungsfrist von 14 Tagen auf beiden Seiten vereinbart. Hinzu kommt in dieser Zeit, dass keine Angabe von Gründen notwendig ist. Doch beim Berufsstart kann das auch sehr nützlich für den Arbeitnehmer sein. Denn hat man sich für mehrere Stellen beworben und bekommt man zu einem späteren Zeitpunkt eine Zusage bei einem interessanteren Job, kann man diesen auch recht schnell antreten. Ist keine Phase auf Probe vereinbart, gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Doch auch diese sind im ersten halben Jahr recht knapp bemessen. Lediglich 4 Wochen Frist muss der Arbeitgeber gewähren, um dem neuen Arbeitnehmer zu kündigen.

Auch der Urlaub ist ein heikles Thema bei der Frage nach dem Berufseinstieg. Denn innerhalb der Probezeit hat man beim Berufsstart keinen Anspruch auf Urlaub. Dennoch sammelt man in dieser Zeit Anspruch auf Urlaubstage. Das hat zweierlei Konsequenzen. Zum einen ist es den meisten Arbeitgebern nicht möglich, den gesamten Jahresurlaub in einer Jahreshälfte zu geben. Deshalb gewähren sie auch während des ersten halben Jahres Urlaub. Zum anderen müssen die angesammelten Urlaubstage bei einer Kündigung während dieser Zeit gewährt werden.

Welche Vorteile und Nachteile eine Zeit auf Probe auch bedeuten, jeder einzelne Punkt ist immer Verhandlungssache mit dem Arbeitgeber. Sogar die Länge, die üblicher Weise zwischen 3 Monaten und 6 Monaten liegt, ist frei verhandelbar. Wer sich dessen bewusst ist und sinnvolle Absprachen mit dem Arbeitgeber trifft, braucht keine Angst vor der Probezeit zu haben.

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